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Lokale Sichtbarkeit verbessern: Google, Social Media und KI-Suche

Ein Plan in sechs Schritten für Restaurants, Studios, Läden und Erlebnis-Locations: Google-Unternehmensprofil, Bewertungen, Verzeichnisse, Website, Social Media und KI-Assistenten wie ChatGPT.

Von Lennart Hahn, Gründer von Whisper

Lokale Sichtbarkeit verbesserst du, indem du an allen Orten auffindbar bist, an denen Menschen heute nach Unternehmen in ihrer Nähe suchen: bei Google und Google Maps, in Verzeichnissen, auf Social Media und zunehmend in KI-Assistenten wie ChatGPT. Die Grundlage sind ein vollständiges Google-Unternehmensprofil, ehrliche Bewertungen und überall gleiche Firmendaten. Den größten Unterschied machen danach Inhalte, die andere über dich veröffentlichen: Kunden-Videos, Erwähnungen und Empfehlungen. Denn sowohl Suchmaschinen als auch Menschen vertrauen dem, was andere über dich sagen, mehr als dem, was du selbst sagst.

Wo Kunden heute nach lokalen Unternehmen suchen

Die Suche nach einem Restaurant, einem Friseur oder einer Freizeitaktivität beginnt längst nicht mehr nur bei Google. Ein Google-Manager sagte 2022, dass fast 40 % der jungen Menschen in den USA ein Lokal fürs Mittagessen eher auf TikTok oder Instagram suchen als in Google Maps oder der Google-Suche. Dazu kommen KI-Assistenten wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity, die auf eine Frage wie „Wo kann ich in Hamburg gut mit Freunden etwas Kreatives machen?“ direkt Empfehlungen geben.

Für dein Unternehmen heißt das: Du brauchst eine solide Basis bei Google und in Verzeichnissen und zusätzlich eine Präsenz in den Kanälen, in denen Empfehlungen entstehen.

1. Google-Unternehmensprofil vollständig pflegen

Das kostenlose Google-Unternehmensprofil entscheidet, ob du in Google Maps und im lokalen Bereich der Suche auftauchst. Laut Google spielen drei Faktoren zusammen: Relevanz (wie gut dein Profil zur Suche passt), Entfernung (wie nah du am Suchenden bist) und Bekanntheit (wie bekannt dein Unternehmen ist, unter anderem gemessen an Bewertungen und Erwähnungen im Netz).

Was du konkret tun solltest:

  • Profil verifizieren und die passende Hauptkategorie wählen
  • Adresse, Öffnungszeiten, Sonderöffnungszeiten, Telefonnummer und Website vollständig eintragen
  • Attribute wie „rollstuhlgerecht“, „Terrasse“ oder „Gruppen geeignet“ ergänzen
  • Regelmäßig aktuelle Fotos und Videos hochladen
  • Fragen im Profil beantworten und Neuigkeiten als Beiträge posten

2. Bewertungen sammeln und beantworten

Bewertungen sind für Google ein Signal für Bekanntheit und für Kunden oft der letzte Grund, sich für oder gegen dich zu entscheiden. Bitte alle Kunden gleichermaßen um eine ehrliche Bewertung, etwa mit einem QR-Code an der Kasse oder einem Link in der Bestätigungsmail. Beantworte Bewertungen, auch kritische, freundlich und konkret.

Wichtig: Belohne keine Bewertungen. Googles Richtlinien verbieten ausdrücklich, Zahlungen, Rabatte oder Gratisleistungen für Rezensionen anzubieten.

3. Einheitliche Daten in allen Verzeichnissen

Suchmaschinen und KI-Assistenten gleichen Informationen aus vielen Quellen ab. Stehen in Gelbe Seiten eine alte Telefonnummer und bei Tripadvisor andere Öffnungszeiten, wirkt dein Unternehmen weniger verlässlich. Achte darauf, dass Name, Adresse und Telefonnummer überall genau gleich geschrieben sind.

Die wichtigsten Einträge für Deutschland und Österreich:

  • Google-Unternehmensprofil
  • Bing Places, das unter anderem Microsofts Suche und den Copilot-Assistenten mit Daten versorgt
  • Apple Business Connect für Apple Maps und Siri
  • Gelbe Seiten, Das Örtliche und Das Telefonbuch
  • Branchenportale wie Tripadvisor, Yelp, Treatwell oder Eventplattformen, je nach Branche

Viele kostenlose „Sichtbarkeits-Checks“ von Verzeichnissen prüfen vor allem diesen Punkt. Er ist wichtig, aber nur die Basis.

4. Eine Website, die Fragen beantwortet

Deine Website ist die Quelle, auf die Google und KI-Assistenten zurückgreifen, wenn sie mehr über dich wissen wollen. Sie muss nicht groß sein, aber klar:

  • Was du anbietest, für wen und in welcher Stadt, gleich im ersten Absatz
  • Preise oder Preisspannen, Öffnungszeiten, Anfahrt
  • Antworten auf die Fragen, die Kunden immer wieder stellen, als FAQ
  • Strukturierte Daten (zum Beispiel vom Typ „LocalBusiness“), die Adresse und Öffnungszeiten maschinenlesbar machen

Texte, die eine Frage direkt beantworten, werden häufiger als Antwort zitiert, sowohl in Suchergebnissen als auch von KI-Assistenten.

5. Social Media: andere über dich posten lassen

Auf TikTok und Instagram ist dein eigener Account nur ein Teil der Sichtbarkeit. Viel mehr Menschen erreichst du, wenn Kunden über dich posten: Ihre Videos landen bei Freunden und Bekannten in deiner Stadt und wirken wie eine persönliche Empfehlung. In einer US-Umfrage gaben 38 % der TikTok-Nutzer an, ein Restaurant besucht oder dort bestellt zu haben, nachdem sie es auf TikTok gesehen hatten.

Wie du Kunden dazu bringst, regelmäßig zu posten, erklären wir in Wie bringe ich Kunden dazu, über mein Unternehmen zu posten?. Wenn du daraus ein dauerhaftes System machen willst, hilft der Ratgeber Markenbotschafter-Programm aufbauen. Für die Gastronomie haben wir außerdem einen eigenen Leitfaden zu TikTok für Restaurants und Bars.

6. In KI-Antworten auftauchen

Wer ChatGPT, Gemini oder Perplexity nach einer Empfehlung fragt, bekommt eine Zusammenfassung dessen, was im Netz über passende Unternehmen steht. Einen Trick, um dort zu erscheinen, gibt es nicht. Aber es gibt klare Signale, die helfen:

  • Einheitliche Daten: dieselben Informationen auf deiner Website, bei Google und in Verzeichnissen
  • Bewertungen: viele aktuelle, ehrliche Bewertungen auf mehreren Plattformen
  • Erwähnungen: Artikel, Listen („Die besten Escape Rooms in Köln“), Foren und Social-Media-Beiträge, die dich nennen
  • Klare Texte: eine Website, die in einfachen Sätzen sagt, was du bist, was du anbietest und wo
  • Bing nicht vergessen: Einige Assistenten greifen auf den Bing-Index zurück. Ein Eintrag in Bing Places und eine bei den Bing Webmaster Tools angemeldete Website schaden nie.

Kunden-Videos und Erwähnungen auf anderen Seiten zahlen dabei doppelt ein: Sie bringen dir direkt neue Kunden und machen dich für Suchmaschinen und KI-Assistenten bekannter.

Dein 30-Tage-Plan

Woche Aufgabe
1 Google-Unternehmensprofil vervollständigen und verifizieren, Fotos hochladen
2 Einträge in Bing Places, Apple Business Connect, Gelbe Seiten und Branchenportalen anlegen oder korrigieren
3 Website prüfen: Angebot, Stadt, Preise, Öffnungszeiten und FAQ klar beschreiben
4 Bewertungs-Bitte und ein Programm starten, mit dem Kunden über dich posten

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis meine lokale Sichtbarkeit steigt?

Änderungen am Google-Unternehmensprofil wirken oft innerhalb weniger Wochen. Bewertungen, Erwähnungen und Kunden-Videos bauen sich über Monate auf und wirken dafür dauerhaft.

Kann ich mich bei Google auf Platz 1 einkaufen?

Nicht in den organischen Ergebnissen. Google betont, dass sich ein besseres lokales Ranking nicht bezahlen lässt. Bezahlte Anzeigen erscheinen getrennt davon und sind als Anzeige gekennzeichnet.

Wie komme ich in die Empfehlungen von ChatGPT?

Direkt beeinflussen lässt sich das nicht. Die Chancen steigen, wenn deine Daten überall einheitlich sind, du viele gute Bewertungen hast, andere Seiten dich erwähnen und deine Website klar beschreibt, was du anbietest und wo.

Brauche ich einen eigenen TikTok-Account?

Er hilft, ist aber nicht das Wichtigste. Mehr Reichweite bringen meist Videos von Kunden und lokalen Creatorn, die über ihren Besuch bei dir posten.

Reicht ein Eintrag bei Gelbe Seiten?

Er ist ein Baustein. Für gute Sichtbarkeit brauchst du zusätzlich ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil, Bewertungen und Inhalte, die andere über dich veröffentlichen.

Quellen