Pay-per-View oder Pay-per-Post: Wie solltest du Creator bezahlen?
Festpreis pro Beitrag oder Bezahlung pro View: Wie die beiden Modelle funktionieren, wer das Risiko trägt, was sie kosten und welches für lokale Unternehmen besser passt.
Von Lennart Hahn, Gründer von Whisper
Bei Pay-per-Post zahlst du einen festen Betrag für jeden Beitrag, egal wie viele Menschen ihn sehen. Bei Pay-per-View zahlst du für die Aufrufe, die ein Video tatsächlich erreicht, meist mit einem Limit pro Video. Der entscheidende Unterschied ist, wer das Risiko trägt: Beim Festpreis trägst du es, bei der Bezahlung pro View der Creator. Für lokale Unternehmen, die mit kleinem Budget starten und nur für echte Reichweite zahlen wollen, ist Pay-per-View meist das bessere Modell.
Wie funktioniert Pay-per-Post?
Du vereinbarst mit einem Creator ein Honorar für einen oder mehrere Beiträge, zum Beispiel ein Reel und drei Stories. Die Höhe richtet sich nach der erwarteten Reichweite. Viele Agenturen rechnen mit einem Tausend-Kontakt-Preis (TKP); für Reels und TikToks nennt OMR in Deutschland etwa 25 bis 50 Euro pro 1.000 erreichte Personen. Bezahlt wird vor oder kurz nach der Veröffentlichung, unabhängig davon, wie der Beitrag läuft.
Vorteile: planbar, einfach abzurechnen, oft mit Paketleistungen wie Stories oder Nutzungsrechten.
Nachteile: Du zahlst für erwartete statt tatsächliche Reichweite. Floppt ein Video, hast du trotzdem den vollen Preis bezahlt.
Wie funktioniert Pay-per-View?
Der Creator postet, und du zahlst einen Betrag pro 1.000 Aufrufe, die das Video tatsächlich erreicht. Gute Anbieter prüfen jedes Video und zählen die Views anhand echter Plattformdaten, bevor abgerechnet wird. Ein Limit pro Video sorgt dafür, dass ein viraler Hit dein Budget nicht sprengt; Views über dem Limit sind dann gratis.
Vorteile: Du zahlst nur für echte Reichweite. Kleine Videos kosten wenig, und du kannst mit einem kleinen Budget anfangen.
Nachteile: Die Kosten stehen erst nach der Veröffentlichung fest, und das Modell braucht eine verlässliche Prüfung und Zählung der Views.
Der Vergleich
| Pay-per-Post | Pay-per-View | |
|---|---|---|
| Du zahlst für | jeden Beitrag | jede 1.000 geprüften Views |
| Zeitpunkt | vorab oder bei Veröffentlichung | nach Veröffentlichung |
| Risiko bei einem Flop | trägst du | trägt der Creator |
| Risiko bei einem Hit | keins, Preis steht fest | durch das Limit pro Video begrenzt |
| Planbarkeit | hoch pro Beitrag | hoch durch Limit und Budget |
| Prüfung nötig | wenig | ja, Views müssen gezählt und geprüft werden |
Rechenbeispiel
Fünf Videos, von denen du jeweils 10.000 Views erwartest:
| Szenario | Pay-per-Post (TKP 35 €) | Pay-per-View (4,50 € / 1.000, Limit 240 €) |
|---|---|---|
| Alle laufen wie erwartet (50.000 Views) | 1.750 € | 225 € |
| Alle laufen nur halb so gut (25.000 Views) | 1.750 € | 113 € |
| Eins geht viral mit 100.000 Views (140.000 Views) | 1.750 € | 420 € |
Die Zahlen sind Richtwerte: Ein Festpreis-Paket kann mehr enthalten als nur den Beitrag. Pro erreichter Person ist der Unterschied trotzdem groß. Mit deinen eigenen Zahlen kannst du das im Kostenrechner durchspielen.
Wann passt welches Modell?
Pay-per-Post passt, wenn du einen bestimmten, bekannten Creator für ein festes Paket mit Produktion und Nutzungsrechten willst, oder wenn eine Kampagne zu einem Termin genau planbar sein muss.
Pay-per-View passt, wenn du laufend Videos von vielen Kunden und lokalen Creatorn willst, nur für echte Reichweite zahlen möchtest und klein anfangen willst. Das ist bei den meisten Restaurants, Bars, Erlebnis-Locations und lokalen Marken der Fall.
Whisper rechnet nach diesem Modell ab: Du legst den Preis pro 1.000 Views und ein Limit pro Video fest, Whisper prüft jedes Video, zählt die Views und zahlt alle aus.
Häufige Fragen
Was ist ein üblicher Preis pro 1.000 Views?
Das hängt vom Anbieter ab. Bei Whisper liegt er zwischen 3 und 6,50 Euro pro 1.000 geprüfte Views. Zum Vergleich: Bei Festpreisen nennt OMR für Reels und TikToks einen TKP von etwa 25 bis 50 Euro.
Wie verhindere ich, dass Pay-per-View zu teuer wird?
Mit einem Limit pro Video und einem Gesamtbudget. Views über dem Limit kosten dann nichts mehr.
Wer zählt die Views?
Die Views sollten anhand echter Plattformdaten gezählt und vor der Abrechnung geprüft werden, nicht nach Screenshots. Bei Whisper übernimmt das Whisper.
Gilt die Werbekennzeichnung bei beiden Modellen?
Ja. Sobald der Creator eine Gegenleistung bekommt, muss der Beitrag als Werbung gekennzeichnet sein.
Quellen
- OMR Reviews: Influencer-Preisliste 2026: TKP, CPE und faire Honorare (Mai 2026)
- Bundesgerichtshof: Urteile zur Werbekennzeichnung von Influencer-Beiträgen (2021)